Schlafdiagnostik

Schlafapnoe-Syndrom

Das Schlafapnoe-Syndrom ist die häufigste Ursache hypersomnischer Beschwerden, die sich in Einbußen in der Tagesvigilanz und Tagesleistungsfähigkeit zeigen. Passager im Schlaf verminderte Atemzugvolumina („Hypopnoen“) und vollständige Atemstillstände („Apnoen“) kennzeichnen diese Störung, die vor allem bei älteren männlichen und bei adipösen Personen vorkommt.

Lautes, unregelmäßiges Schnarchen, die Beobachtungen nächtlicher Atempausen durch den Bettpartner und eine erhöhte Tagesschläfrigkeit sind die wesentlichen Leitsymptome des Schlafapnoe-Syndroms.
Die mit den Atempausen einhergehende kardiopulmonale Belastung und Sauerstoff-sättigung sowie häufige, sekundenkurze und dem Patienten nicht bewusste Weckvorgänge vermindern den Erholungswert des Schlafes und führen zu Folge-erkrankungen. Die Patienten schlafen unruhig und nicht erholsam. Klinisch imponieren beim Vollbild des Schlafapnoe-Syndroms morgendliche Abgeschlagenheit, diffuse, dumpfe Kopfschmerzen und Mundtrockenheit. Unspezifische psychische Symptome wie Abgeschlagenheit, ein Leistungsknick, Wesensänderung oder intellektueller Leistungsverfall treten auf. Libido- und Potenzstörungen sind möglich.
Eine pulmonale und/oder arterielle Hypertonie und Herzrhythmusstörungen sind wesentliche Folgeerkrankungen, die beim Patienten zum vorzeitigen Tod führen können. Vor allem Patienten mit einem obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom sind übergewichtig (ca. 70%).

Die Prävalenz des Schlafapnoe-Syndroms liegt bei etwa 0,5 bis 2% und steigt auf den dreifachen Wert bei Männern über 65 Jahren. Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom kann prinzipiell in jedem Lebensalter, bevorzugt aber bei Männern ab dem 40. Lebensjahr auftreten, Frauen sind deutlich seltener betroffen.

Unterschieden werden das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), dem primär eine Obstruktion der oberen Atemwege zu Grunde liegt, das zentrale Schlafapnoe-Syndrom, bei dem die Atemstillstände durch eine mangelnde zentralnervöse Aktivierung sämtlicher an der Atmung beteiligter Muskelgruppen bedingt sind und die alveoläre Hypoventilation. Häufig liegen Mischformen vor.

Bei der obstruktiven Schlafapnoe ist das komplexe, zentralnervös gesteuerte Zusammenspiel der verschiedenen Muskeln beim Atmungsvorgang während des Schlafes gestört. Vor allem in Rückenlage kommt es durch die Muskelrelaxation während des Schlafens zu pharyngealen Obstruktionen. Tagsüber ist die Atemfunktion in der Regel unauffällig. Faktoren, die eine obstruktive Apnoe begünstigen, sind Adenoide, vergrößerte Tonsillen, Nasenseptumdeviation, Makroglossie, Mikrognathie und vermehrte Fetteinlagerungen bei Adipositas.
Die Einnahme von Tranquilizern, Alkohol und anderen atemdepressorischen Substanzen wirkt sich negativ auf die Kontrolle der Atemfunktion im Schlaf aus. Neben kompletten pharyngealen Obstruktionen mit daraus resultierender Apnoe zeigen viele Apnoe-Patienten auch Hypoventilationen.

Hierbei ist der Luftstrom auf weniger als 50% reduziert, und es kann ebenfalls eine Abnahme der Sauerstoffsättigung auftreten.

Diagnose

Berichten Bettpartner über lautes, unregelmäßiges Schnarchen und nächtliche Atempausen, ist, benso wie bei diagnostisch unklarer Tagesschläfrigkeit, eine technische Untersuchung der Atemfunktion im Schlaf erforderlich. An eine vorhergehende Anamneseerhebung muss sich eine allgemein-körperliche, internistische, HNO-ärztliche und gegebenenfalls neurologische Untersuchung anschließen. Ambulante Monitoring-Systeme ermöglichen dann unter häuslichen Bedingungen während des Schlafes kontinuierlich die Sauerstoffsättigung, Herzaktion und Schnarchgeräusche aufzuzeichnen. Erhärtet sich der Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom, ist dringend die weitere Diagnostik im Schlaflabor mittels polysomnographischer Messung des Schlafes und der Atemfunktion indiziert. Ein manifestes Schlafapnoe-Syndrom wird, je nach Expertenaussage, bei Auftreten von mehr als 5 bzw. 10 Atempausen pro Stunde Schlaf angenommen. Eine Behandlungsindikation ergibt sich jedoch mehr aus dem klinikschen Befund einer Hypersomnie und dem Vorliegen vital bedrohlicher Folgeerkrankungen wie Hypertonie oder Herzrhythmusstörungen.

Weitere Informationen finden sie auf dgsm.de