Neugeborenen Hörscreening

Wir sind von der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover qualifiziert und führen das Neugeborenen Hörscreening mittels Messung der otoakustischen Emissionen (OAE) und BERA durch.

In Deutschland kommen jedes Jahr etwa 1200 Kinder mit Schwerhörigkeit auf die Welt. Die Prävalenz der angeborenen Schwerhörigkeit liegt bei 1-2 pro 1000 Neugeborenen. Risikokinder (z.B. Vorkommen von Hörstörungen in der Familie, Frühgeburt, Geburtsgewicht unter 1500g, perinatale Infektionen) erkranken 10 bis 20-mal häufiger.
Hörstörungen werden immer noch zu spät erkannt. Der Diagnosezeitpunkt hängt vom Schweregrad der Hörstörung ab. Taube Kinder werden durchschnittlich mit 1,9 Jahren, mittel- bis leichtgradig hörgeschädigte Kinder 4,4 bzw. 6,2 Jahren erkannt. Darüber hinaus vergeht in Deutschland zwischen Verdachtsdiagnose und Bestätigung bzw. Beginn der Therapie im Mittel ein Jahr.

Dabei sind Hörstörungen bei Kindern sehr ernstzunehmende Beeinträchtigungen. Wenn ein Kind taub oder schwerhörig ist, bedeutet dies nicht nur eine aufgehobene oder verminderte auditive Wahrnehmung. Schwerwiegende Folgen sind Entwicklungsverzögerungen auf sprachlicher, emotionaler, intellektueller, psychomotorischer und sozialer Ebene bzw. eine lebenslange Behinderung. Wird durch eine späte Diagnose die Zeit der Hörbahnreifung des Säuglings bzw. Kleinkindes verpasst, können Defizite in Spracherkennung und – produktion nicht mehr aufgeholt werden.

Bei rechtzeitiger Diagnose und Versorgung sind in vielen Fällen Regelbeschulungen und adäquate Berufslaufbahnen möglich. Internationaler Konsens besteht darin, dass eine neonatale Hörstörung bis zum 3. Lebensmonat diagnostiziert und bis zum 6. Lebensmonat eine Therapie eingeleitet werden sollte.